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112 Notfall? Jetzt anrufen

Wiederbelebung beim Baby

Das Wichtigste in Kürze

Reagiert nicht und atmet nicht normal? 112 anrufen, 5 Mal beatmen, dann in der Brustmitte drücken.

Lebensgefahr? Sofort 112 anrufen.

Ein Säugling ist ein Kind im ersten Lebensjahr. Bei Babys liegt dem Herzstillstand meist ein Sauerstoffmangel zugrunde, zum Beispiel nach Verschlucken oder Atemnot. Deshalb beginnst du anders als bei Erwachsenen mit 5 Beatmungen und drückst danach in der Brustmitte.

Reagiert das Baby nicht auf Ansprechen und leichtes Berühren der Schulter und atmet es nicht normal, rufst du 112 und fängst sofort an. Seltenes Schnappen ist keine normale Atmung. Du kannst nichts falsch machen, außer nichts zu tun.

Schritt für Schritt

110 Mal pro Minute mit Ton. Leg das Handy neben dich und drück im Takt.

  1. Säugling vorsichtig an der Schulter berühren und laut ansprechen. Nicht schütteln.

    Keine Reaktion? Laut um Hilfe rufen.

  2. Auf den Rücken legen, Kopf in die Mittelstellung, Kinn anheben. Atmung prüfen, höchstens 10 Sekunden.

    Der Kopf wird nur wenig nach hinten geneigt. Sehen, hören, fühlen. Seltenes Schnappen ist keine normale Atmung.

  3. 112 anrufen, Lautsprecher an. Jemand holt den Defi.

    Du bist allein? Erst 112 mit Lautsprecher, dann sofort weiter. Die Leitstelle hilft dir am Telefon.

  4. 5 Mal beatmen. Mund über Mund und Nase des Säuglings, etwa 1 Sekunde sanft einblasen, bis sich der Brustkorb hebt.

    Nur kleine Puste, kein voller Atemzug. Du willst nicht beatmen oder kannst es nicht? Dann gleich drücken.

  5. Beide Daumen in die Mitte der unteren Brustkorbhälfte legen, die Hände umfassen den Brustkorb. Etwa 4 cm tief drücken, im Takt.

    Etwa ein Drittel der Brusttiefe. 100 bis 120 Mal pro Minute. Nach jedem Drücken ganz entlasten.

  6. Nach 30 Mal Drücken 2 Mal beatmen, dann wieder 30 Mal drücken.

    Wenn du nicht beatmen willst, drücke einfach ohne Pause weiter.

  7. Defi da? Einschalten, Elektroden aufkleben und tun, was er sagt.

    Elektroden bei Säuglingen vorn auf die Brust und hinten auf den Rücken. Ein Kindermodus oder Kinder-Elektroden sind besser, sonst geht auch das Erwachsenengerät.

  8. Nicht aufhören, bis der Rettungsdienst übernimmt oder der Säugling normal atmet.

Achtung

  • Lieber drücken als nichts tun. Auch ein unsicher durchgeführtes Drücken hilft mehr als gar nichts.

Gut zu wissen

  • Zu zweit alle 2 Minuten wechseln. Einer wartet am Eingang auf den Rettungsdienst.

Häufige Fehler

  • Das Baby schütteln, um es zu wecken. Berühre die Schulter vorsichtig und sprich laut.
  • Den Kopf weit nach hinten überstrecken. Beim Säugling reicht die Mittelstellung mit leicht angehobenem Kinn.
  • Zu kräftig beatmen. Beim Baby genügt eine kleine Puste von etwa 1 Sekunde, bis sich der Brustkorb hebt.
  • Zu flach oder zu zaghaft drücken. Der Brustkorb soll sich etwa ein Drittel seiner Tiefe eindrücken lassen, also rund 4 cm, und danach ganz zurückfedern.

Häufige Fragen

Wie drücke ich bei einem Baby richtig auf den Brustkorb?

Lege beide Daumen auf die untere Hälfte des Brustbeins und umfasse den Brustkorb mit den Händen. Drücke etwa 4 cm tief, 100 bis 120 Mal pro Minute, und entlaste nach jedem Druck ganz.

Muss ich bei einem Baby beatmen?

Bei Babys ist die Beatmung wichtig, deshalb beginnst du mit 5 Beatmungen. Willst du oder kannst du nicht beatmen, drücke gleich ohne Pause weiter. Das ist besser als nichts.

Wann darf ich mit der Wiederbelebung aufhören?

Wenn der Rettungsdienst übernimmt oder das Baby normal atmet. Bist du zu zweit, wechselt ihr euch alle 2 Minuten ab.

Autor und Quellen

Fachlich verantwortet von Steffi Knecht, Rettungssanitäterin und Lehrbeauftragte, Geschäftsführerin der EHBS Knecht.

Fachlich geprüft am 07.11.2026.

Quellen (5)
  • ERC-Leitlinien 2025, Paediatric Life Support (Resuscitation 215, 110767), Kapitel Basic Life Support
  • GRC-Kommentar zu den ERC-Leitlinien 2025, Lebenserhaltende Maßnahmen bei Kindern (Notfall+Rettungsmedizin 2025)
  • Resuscitation Council UK, Paediatric Basic Life Support Guidelines 2025 (Spiegel der ERC 2025)
  • GRC Leitlinien Kompakt 2025
  • DGUV Information 204-006

Diese Anleitung ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Üben kannst du in einem Kurs, zum Beispiel bei der EHBS.