Zum Inhalt springen
EHBS App Erste Hilfe und Brandschutz für zu Hause
112 Notfall? Jetzt anrufen

Wiederbelebung bei Erwachsenen

Das Wichtigste in Kürze

Reagiert nicht und atmet nicht normal? 112 anrufen und sofort fest in der Brustmitte drücken.

Lebensgefahr? Sofort 112 anrufen.

Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Ohne Sauerstoff nimmt das Gehirn nach wenigen Minuten Schaden, und der Rettungsdienst braucht meist länger. Diese Zeit überbrückst du mit der Herzdruckmassage.

Die Regel lautet Prüfen, Rufen, Drücken. Reagiert jemand nicht und atmet nicht normal, rufst du 112 und drückst fest in der Brustmitte. Beatmen ist gut, wenn du es gelernt hast. Drücken ohne Beatmen ist viel besser als nichts tun.

Schritt für Schritt

110 Mal pro Minute mit Ton. Leg das Handy neben dich und drück im Takt.

  1. Laut ansprechen und an den Schultern rütteln.

    Keine Reaktion? Laut um Hilfe rufen.

  2. Kopf nach hinten neigen, Kinn anheben und Atmung prüfen, höchstens 10 Sekunden.

    Sehen, hören, fühlen. Seltenes Schnappen ist keine normale Atmung.

  3. 112 anrufen, Lautsprecher an. Jemand holt den Defi.

    Die Leitstelle sagt dir am Telefon, was du tun sollst.

  4. Fest in der Brustmitte drücken, 5 bis 6 cm tief, im Takt.

    Arme gestreckt, Handballen übereinander. 100 bis 120 Mal pro Minute. Nach jedem Drücken ganz entlasten.

  5. Wenn du es gelernt hast, nach 30 Mal Drücken 2 Mal beatmen. Sonst einfach weiterdrücken.

  6. Defi da? Einschalten und tun, was er sagt.

  7. Nicht aufhören, bis der Rettungsdienst übernimmt oder die Person normal atmet.

Achtung

  • Lieber drücken als nichts tun. Du kannst nichts falsch machen, nur nichts tun ist falsch.

Gut zu wissen

  • Zu zweit alle 2 Minuten beim Drücken abwechseln, ohne lange Pause.
  • Einweiser an die Straße schicken, der den Rettungsdienst hereinholt.

Häufige Fehler

  • Zu zaghaft drücken. 5 bis 6 Zentimeter sind tiefer, als die meisten denken.
  • Zu langsam oder zu schnell. 100 bis 120 Mal pro Minute, der Takt auf dieser Seite hilft dir.
  • Lange Pausen. Unterbrich das Drücken so kurz wie möglich, auch fürs Beatmen.
  • Auf weichem Grund drücken. Liegt die Person im Bett, zieh sie auf den Boden.
  • Aufhören, weil es knackt. Rippen können brechen, das heilt. Weiterdrücken.

Häufige Fragen

Kann ich bei der Wiederbelebung etwas falsch machen?

Der einzige echte Fehler ist, nichts zu tun. Ohne Hilfe überlebt ein Herzstillstand fast niemand. Jedes Drücken bringt Blut ins Gehirn.

Muss ich beatmen?

Nein. Wenn du es gelernt hast und dir zutraust, gibst du nach 30 Mal Drücken 2 Beatmungen. Sonst drückst du ohne Pause weiter. Bei Kindern ist die Beatmung wichtiger, dort beginnst du mit 5 Beatmungen.

Wann darf ich aufhören?

Wenn der Rettungsdienst übernimmt, die Person normal atmet, sich bewegt oder die Augen öffnet, oder wenn du nicht mehr kannst. Zu zweit wechselt ihr alle 2 Minuten.

Kann ich bestraft werden, wenn etwas schiefgeht?

Ersthelfer haften nur bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz (§ 680 BGB) und sind über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Strafbar macht sich, wer nicht hilft.

Autor und Quellen

Fachlich verantwortet von Steffi Knecht, Rettungssanitäterin und Lehrbeauftragte, Geschäftsführerin der EHBS Knecht.

Fachlich geprüft am 03.11.2026.

Quellen (3)
  • ERC-Leitlinien 2025
  • GRC
  • DGUV Information 204-006

Diese Anleitung ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Üben kannst du in einem Kurs, zum Beispiel bei der EHBS.