Ertrinkungsunfall
Das Wichtigste in Kürze
Nicht ins Wasser springen. 112 rufen lassen, Person gefahrlos herausholen. Atmet sie nicht normal: 5 Mal beatmen, dann 30 Mal drücken und 2 Mal beatmen.
Lebensgefahr? Sofort 112 anrufen.
Beim Ertrinken gelangt kein Sauerstoff mehr in den Körper. Das Herz bleibt dann stehen, weil Sauerstoff fehlt. Eine Person kann schnell und fast unbemerkt untergehen.
Dein eigener Schutz kommt zuerst. Spring nicht selbst ins Wasser, sondern ruf laut um Hilfe und reich der Person einen Ast, Schal oder Rettungsring. Lass 112 anrufen und hol die Person nur heraus, wenn es für dich ungefährlich ist.
Schritt für Schritt
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Nicht selbst ins Wasser springen. Laut um Hilfe rufen.
Reiche der Person einen Ast, Schal oder Rettungsring oder wirf ihr eine Leine zu. Nur wenn es für dich ungefährlich ist, holst du sie heraus.
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112 anrufen lassen, Lautsprecher an. Rettungsdienst und Wasserrettung sagen lassen, wo ihr seid.
Bist du allein: erst 112, dann weiter.
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Person aus dem Wasser holen, wenn das gefahrlos geht. Möglichst waagerecht halten.
Die Atmung geht vor. Bei einem Kopfsprung nimmst du die Wirbelsäule so gut es geht mit, verlierst dafür aber keine Zeit.
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Ansprechen, Kopf nach hinten neigen, Kinn anheben und Atmung prüfen, höchstens 10 Sekunden.
Atmet die Person normal, lege sie in die stabile Seitenlage und decke sie zu.
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Atmet sie nicht normal: zuerst 5 Mal beatmen. Nase zuhalten, Mund über Mund, etwa 1 Sekunde einblasen, bis sich der Brustkorb hebt.
Beim Ertrinken fehlt Sauerstoff. Deshalb kommt die Beatmung vor dem Drücken. Wasser musst du nicht aus der Lunge drücken. Willst oder kannst du nicht beatmen, drücke sofort.
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Dann in der Mitte des Brustkorbs 30 Mal drücken, etwa 5 bis 6 cm tief, im Takt. Danach 2 Mal beatmen und so weitermachen.
Bei Kindern und Säuglingen gehst du nach den Abläufen für Kinder vor. Nicht aufhören, bis der Rettungsdienst übernimmt oder die Person normal atmet.
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Defi da? Brust abtrocknen, Elektroden aufkleben und tun, was er sagt.
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Atmet die Person wieder, nasse Kleidung entfernen und zudecken. Nicht allein lassen.
Achtung
- Auch wenn die Person wieder wach ist, muss sie ins Krankenhaus. Nach einem Ertrinkungsunfall können sich Stunden später Atemprobleme entwickeln.
- Kinder nie allein am Wasser lassen, auch nicht in flachem Wasser.
Häufige Fehler
- Selbst ins Wasser springen und dabei in Gefahr geraten. Rette mit Hilfsmitteln vom Ufer aus.
- Versuchen, Wasser aus der Lunge zu drücken. Das ist nicht nötig.
- Direkt mit dem Drücken starten. Beim Ertrinken beginnst du bei fehlender Atmung mit 5 Beatmungen, weil Sauerstoff fehlt. Willst oder kannst du nicht beatmen, drückst du sofort.
- Eine wieder wache Person nach Hause schicken. Sie muss ins Krankenhaus, denn Atemprobleme können Stunden später entstehen.
Häufige Fragen
Was mache ich bei einem Ertrinkungsunfall zuerst?
Nicht selbst ins Wasser springen, laut um Hilfe rufen und 112 anrufen lassen. Reiche oder wirf der Person einen Gegenstand zu und hol sie nur heraus, wenn es für dich ungefährlich ist.
Muss ich bei Ertrunkenen beatmen?
Ja, wenn sie nicht normal atmet, beginnst du mit 5 Beatmungen. Danach folgen 30 Mal drücken und 2 Mal beatmen im Wechsel. Kannst oder willst du nicht beatmen, drückst du sofort.
Warum muss ich nach einem Beinahe-Ertrinken ins Krankenhaus, wenn es mir gut geht?
Nach einem Ertrinkungsunfall können sich Stunden später Atemprobleme entwickeln. Deshalb gehört jede betroffene Person zur Kontrolle ins Krankenhaus.
Autor und Quellen
Fachlich verantwortet von Steffi Knecht, Rettungssanitäterin und Lehrbeauftragte, Geschäftsführerin der EHBS Knecht.
Quellen (4)
- ERC-Leitlinien 2025, Basic Life Support, Abschnitt Ertrinken (Resuscitation 215)
- ERC-Leitlinien 2025, First Aid
- GRC Leitlinien Kompakt 2025, Lebensrettende Maßnahmen bei Erwachsenen und Kindern
- DGUV Information 204-006